Die poetische Minute

Hortense, die Maus, ist letzten November fünfzehn geworden. Es ist wie bei den Kindern: Man dreht sich gerade mal zwei Sekunden um, und zack, sind schon fünfzehn Jahre vergangen.

Fünfzehn Jahre – das ist kurz und das ist lang. Hortense wurde im Wohn- und Arbeitszimmer meiner Freundin Nathalie geboren, an einem regnerischen Sonntag, an dem wir Mädels gemeinsam genäht und gebastelt haben. Und es kommt mir genauso vor, als wäre es gestern gewesen wie in einem anderen Leben. Seitdem haben wir so viel erlebt…

Ich wurde oft gefragt: Aber warum ausgerechnet eine Mäusepuppe?

Anfangs wusste ich es nicht so recht.

Vielleicht, weil meine Mama Frau Maus heißt… Ich spüre, dass ihr skeptisch seid, aber ja, es ist wirklich wahr. Das ist ihr ganz persönlicher Spitzname!

Vielleicht, weil ich schon mein ganzes Leben lang Mäuse gezeichnet habe, mache ich einfach weiter – eine Kindheitsliebe bleibt eben für immer.

Aber na ja, ich glaube, ich habe es doch noch herausgefunden.

Als ich vier Jahre alt war, habe ich in Frau Thouvenins Klasse ein Gedicht gelernt. Seitdem ist es fester Bestandteil unserer Familie. Es vergeht kein Monat, ohne dass wir eine seiner Strophen zitieren.

Also:

Die Maus trippelt davon.

Die kleine Maus trippelt dahin und folgt dem hübschen Schmetterling
Die freche kleine Maus, geh schnell nach Hause
Pass auf, kleines Mäuschen, eine böse Katze lauert auf dich!
Schnell, schnell, rette dich
Versteck dich im Keller!
Frout frout frout*

So, das Rätsel ist gelöst.

Und in der nächsten Kollektion, also schon bald im Frühling, wird es neue Mäuse geben.

Und auch Katzen, denn der Spion-Kater ist doch gar nicht so böse, er hat Hortense schließlich nie gefressen!

Herzliche Grüße.

Béné

* Frout frout frout, so macht die Maus Geräusche, wenn sie sich versteckt.
Nur für den Fall, dass ihr euch das fragt…